{"id":700,"date":"2006-11-12T10:20:32","date_gmt":"2006-11-12T09:20:32","guid":{"rendered":"https:\/\/ritualart.ch.80-74-139-101.brenda.xelon.ch\/?p=700\/"},"modified":"2017-04-28T10:30:22","modified_gmt":"2017-04-28T08:30:22","slug":"the-wedding-of-heaven-and-earth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/the-wedding-of-heaven-and-earth\/","title":{"rendered":"The wedding of heaven and earth"},"content":{"rendered":"<p><em>Und Jesus begann und redete wieder zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Das Reich der<\/em><br \/>\n<em>Himmel ist gleich einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeitsfeier ru\u0308stete. Und er sandte<\/em><br \/>\n<em>seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht<\/em><br \/>\n<em>kommen. Wiederum sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Geladenen:<\/em><br \/>\n<em>Siehe, ich habe meine Mahlzeit bereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind<\/em><br \/>\n<em>geschlachtet und alles ist bereit; kommet zur Hochzeit ! Sie jedoch achteten nicht darauf,<\/em><br \/>\n<em>sondern gingen hinweg, der eine auf seinen Acker, der andere an sein Gesch\u00e4ft, die<\/em><br \/>\n<em>u\u0308brigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten sie und t\u00f6teten sie. Da wurde der<\/em><br \/>\n<em>K\u00f6nig zornig und sandte seine Heere aus, liess jene M\u00f6rder umbringen und ihre Stadt<\/em><br \/>\n<em>anzu\u0308nden. Dann sagte er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die<\/em><br \/>\n<em>Geladenen waren unwu\u0308rdig. Darum gehet an die Ausgangspunkte der Strassen und ladet<\/em><br \/>\n<em>zur Hochzeit ein, so viele ihr findet ! Und jene Knecht gingen hinaus auf die Strassen und<\/em><br \/>\n<em>brachten alle zusammen, die sie fanden, B\u00f6se und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll<\/em><br \/>\n<em>von G\u00e4sten.<\/em><br \/>\n<em>Als aber der K\u00f6nig hineinging, um sich die G\u00e4ste zu betrachten, sah er dort einen<\/em><br \/>\n<em>Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid angetan war. Und er sagte zu ihm: Mein<\/em><br \/>\n<em>Lieber, wie bist du hier hereingekommen ohne ein Hochzeitskleid ? Der aber verstummte.<\/em><br \/>\n<em>Da sprach der K\u00f6nig zu den Dienern: Bindet ihm H\u00e4nde und Fu\u0308sse und werfet ihn hinaus<\/em><br \/>\n<em>in die Finsternis, die draussen ist ! Dort wird Heulen und Z\u00e4hneknirschen sein. Denn viele<\/em><br \/>\n<em>sind berufen, wenige aber auserw\u00e4hlt. <\/em><br \/>\n<em>Mat 22,1-14<\/em><\/p>\n<p><!--more-->Liebe Gemeinde<br \/>\nWie lebt man in der Verbundenheit von Himmel und Erde ? Wie zeigt sich die Spannung<br \/>\nvon Himmel und Erde z.B. bei einem Sportler, der in einem Wettkampf erfolgreich sein<br \/>\nwill ? Oder wie geschieht das Zusammenspiel von Himmel und Erde bei einem<br \/>\nGesch\u00e4ftsmann, der bei seinen Gesch\u00e4ften u\u0308berzeugen will ? Oder wie ereignet sich die<br \/>\nKraft von Himmel und Erde bei Eltern, die mit ihren pubertierenden Kindern klar kommen<br \/>\nwollen ? So verschieden diese Beispiele sind, so \u00e4hnlich lautet die Antwort: sie alle<br \/>\nrealisieren es im Miteinander von kraftvollem Engagement und Glu\u0308ck; im Folgen eines<br \/>\nklaren Willens und im Geschehenlassen des Unmachbaren; im entschiedenen, tatkr\u00e4ftigen<br \/>\nEinsatz und in der Bereitschaft, den Erfolg werden zu lassen. Immer kommt es darauf an,<br \/>\ndie aufstrebende Kraft des Himmels zu nutzen und sich der Schwerkraft der Erde zu<br \/>\nu\u0308berlassen. Wer nur k\u00e4mpft, wird verbissen; wer nur geschehen l\u00e4sst, verschl\u00e4ft seine<br \/>\nChancen. Auf diese einfache und doch so schwere Formel kommt es an: dass man hat,<br \/>\nohne zu haben; dass man weiss, ohne zu wissen; dass man will, ohne zu wollen; dass<br \/>\nman tut, ohne zu tun. Oder eben kosmologisch formuliert: dass man das Ineinander von<br \/>\nHimmel und Erde spu\u0308rt und verwirklicht.<br \/>\nM\u00f6glicherweise k\u00f6nnten dem noch viele zustimmen. Unsere Vernunft sagt es uns, unser<br \/>\nHerz zeigt es uns, und auch unsere K\u00f6rper macht es uns spu\u0308rbar. Solange wir die Stimme<br \/>\nvon Vernunft, Herz und K\u00f6rper vernehmen, ist es uns klar: an der gelungenen<br \/>\nKombination von Himmel und Erde, am guten Mix von aktivem Tun und passivem<br \/>\nGeschehen lassen, entscheidet sich, ob unsere Leben gelingt oder nicht. Aber<br \/>\noffensichtlich ist es heute alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, auf unser Vernunft, auf<br \/>\nunser Herz, auf unseren K\u00f6rper zu achten und zu tun, was diese raten. Anderes steht im<br \/>\nVordergrund: dass der, der Arbeit hat, immer mehr arbeiten muss, w\u00e4hrend der, der keine<br \/>\nArbeit hat, immer weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat; dass der, der sich ehrgeizig<br \/>\nnach dem Gewinn von Besitz, Macht, Wissen orientiert, rasch in die Eigendynamik seiner<br \/>\neigenen Begehrlichkeiten schlittert, w\u00e4hrend der, der all dies nicht tut, bald in seiner<br \/>\neigenen Bedeutungs- und Sinnlosigkeit versunken ist. Gefordert ist in der Tat die klare<br \/>\nEntscheidung, sich nicht von diesem Entweder \u2013 oder dominieren zu lassen und statt<br \/>\ndessen die Weisheit zu entwickeln, die aus dem Zusammenspiel von Himmel und Erde<br \/>\nhervorgeht und uns lehrt zu tun, was zu tun ist und werden zu lassen, was werden<br \/>\ngelassen will.<br \/>\nDas Gleichnis vom Hochzeitsmahl versucht in seiner Weise zu eben dem einzuladen. Ich<br \/>\nbehaupte nicht, dass es dies auf eine sehr ansprechende Art tut, und auch literarisch ist<br \/>\ndieses Gleichnis gewiss keine Meisterleistung. Und doch ist es, wenn man seine<br \/>\nGrundbotschaft frei sch\u00e4lt und die sprachlichen Ungeschicklichkeiten u\u0308berliest, die in der<br \/>\nFolge verschiedener redaktioneller und historisch bedingter \u00dcberarbeitungen reingerutscht<br \/>\nsind, ein Gleichnis, das genau dazu ermutigt, die Zusammengeh\u00f6rigkeit von Himmel und<br \/>\nErde, von aktivem Tun und passivem Werden lassen, wahrzunehmen und zu<br \/>\nverwirklichen.<br \/>\nIm Zentrum steht ein K\u00f6nig. Er ist im Gleichnis die einzig bestimmende Person. Nur er<br \/>\nspricht, es gibt keine Dialoge, und das Gleichnis besteht fast nur aus seinen Handlungen<br \/>\nund Befehlen. Weitere Nebenfiguren, die durch das ganze Gleichnis hindurch eine Rolle<br \/>\nspielen, gibt es nicht. Dieser K\u00f6nig ist dadurch bestimmt, dass er fu\u0308r seinen Sohn eine<br \/>\nHochzeitsfeier veranstaltet. Weder von diesem noch von dessen Braut ist im Gleichnis die<br \/>\nRede. Die Veranstaltung von deren Hochzeit durch den K\u00f6nig bleibt im ganzen Gleichnis<br \/>\ndie Rahmenhandlung. Mit diesem alleinherrschenden, die Hochzeit seines Sohnes<br \/>\nveranstaltenden K\u00f6nig wird in diesem Gleichnis das Himmelreich verglichen. Fu\u0308r uns<br \/>\nheute, die wir diesen K\u00f6nig als extrem dominante und patriarchalische Figur wahrnehmen,<br \/>\nist dieser Vergleich \u00e4rgerlich. Fu\u0308r die damaligen H\u00f6rer und H\u00f6rerinnen des Gleichnisses<br \/>\nmag dies \u2013 vielleicht \u2013 weniger extrem gewesen sein. Anst\u00f6ssig bleibt ein solcher<br \/>\nVergleich dennoch. Ich will deshalb bereits an dieser Stelle markieren, dass ich anderes<br \/>\nmehr gewichten will, dass ich mehr in der Vordergrund stellen will, dass es um die<br \/>\nHochzeit seines Sohnes und dessen Braut geht. Oder um es noch deutlicher zu sagen:<br \/>\ndass das Himmelreich ist wie die Veranstaltung ihrer Hochzeit (und nicht wie der<br \/>\ndespotische K\u00f6nig). Die Akzente sind damit offensichtlich verschoben, aber es ist meine<br \/>\n\u00dcberzeugung, dass sie so zurechtgeru\u0308ckt sind, wie sie der Grundintention des<br \/>\nGleichnisses und des Neuen Testaments besser entsprechen.<br \/>\nIm Gleichnis wird im folgenden erz\u00e4hlt, dass der K\u00f6nig seine Knechte ausschickt, um die<br \/>\neingeladenen G\u00e4ste zum Kommen aufzufordern. Das ist fu\u0308r damalige Verh\u00e4ltnisse bei<br \/>\nwohlhabenden Menschen an sich nichts Aussergew\u00f6hnliches. Auff\u00e4llig ist freilich, dass die<br \/>\nG\u00e4ste nicht kommen wollen, obwohl sie wohl bereits zugesagt haben. Der K\u00f6nig schickt<br \/>\ndeshalb seine Knechte nochmals und beauftragt sie, fu\u0308r das Fest zu werben: das Essen<br \/>\nsei fertig, Ochsen und Mastvieh seien geschlachtet, und alles sei bereit. Dennoch kommen<br \/>\ndie G\u00e4ste immer noch nicht, sondern gehen ihren \u00c4ckern und Gesch\u00e4ften nach. Und die<br \/>\n\u00dcbrigen, die nicht weggehen, tun statt dessen etwas anders: sie ergreifen seine Knechte,<br \/>\nmisshandeln und t\u00f6ten sie. Die Reaktion dieser \u201e\u00dcbrigen\u201c ist v\u00f6llig unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig und<br \/>\nunerwartet. H\u00f6rt man davon, schreckt man entsetzt zuru\u0308ck und fragt sich, was hier im<br \/>\nHintergrund einer so drastische Reaktion steht. Ob die etwas mit der Dominanz der K\u00f6nigs<br \/>\nzu tun hat ? Ohne freilich auf dieses Thema einzugehen, wird nun von einer mindestens<br \/>\nebenso drastischen Reaktion des K\u00f6nigs berichtet: Obwohl das Hochzeitessen bereits<br \/>\nzubereitet ist, findet dieser Zeit, in seinem Zorn seine Heere auszuschicken, jene M\u00f6rder<br \/>\numzubringen und deren Stadt anzuzu\u0308nden. Das Gleichnis kippt hier vollends ins Absurde<br \/>\neiner entfesselten Gewalteskalation. Es braucht offensichtlich hitzige Gemu\u0308ter, dass eine<br \/>\nEinladung zu einem Hochzeitsfest in dieser Weise ausartet !<br \/>\nNun aber beginnt das Gleichnis von einer 2. Einladung zu erz\u00e4hlen. Der K\u00f6nig stellt fest,<br \/>\ndass die Hochzeit zwar bereit ist, aber die geladenen G\u00e4ste ihrer nicht wu\u0308rdig sind. Er<br \/>\nschickt seine Knechte deshalb nochmals aus, diesmal freilich u\u0308ber die Stadtgrenzen<br \/>\nhinaus bis an die Grenzen des Reiches und l\u00e4sst sie einladen, wen auch immer sie<br \/>\nantreffen. Wer an das Hochzeitsfest kommt, spielt nun keine Rolle. Es geht nur noch<br \/>\ndarum, dass u\u0308berhaupt G\u00e4ste kommen. Entsprechend erz\u00e4hlt das Gleichnis im folgenden,<br \/>\ndass die Knechte alle zusammenbringen, die sie finden, und zwar sowohl B\u00f6se als auch<br \/>\nGute, und dass der Hochzeitssaal voll wird von G\u00e4sten.<br \/>\nMan m\u00f6chte meinen, dass er K\u00f6nig nun zufrieden mit dem Erfolg seiner Einladung sein<br \/>\nk\u00f6nnte. Dem ist jedoch nicht so. Als er in den Hochzeitssaal hineingeht und sich die G\u00e4ste<br \/>\nbetrachtet, stellt er fest, dass ein Mensch anwesend ist, der kein Hochzeitskleid tr\u00e4gt. Als<br \/>\nob all jene, die von der Strasse ans Fest gekommen sind, ein Hochzeitskleid tragen<br \/>\nmu\u0308ssten ! Als H\u00f6rer des Gleichnisses ist man u\u0308ber den K\u00f6nig abermals schockiert, weil<br \/>\nman nicht erwartet, dass er davon ausgeht, dass die Menschen von der Strasse, die fu\u0308r<br \/>\nihn ja erst noch bloss zweite Wahl sind, mit einem Hochzeitskleid erscheinen sollten.<br \/>\nVollends absurd wird der K\u00f6nig jedoch erst im folgenden: Mit einem freundlichherablassenden<br \/>\n\u201emein Lieber\u201c spricht er den Menschen ohne Hochzeitskleid an und will<br \/>\nvon ihm wissen, wie er ohne Hochzeitskleid hereingekommen sei. Als dieser nicht zu<br \/>\nantworten weiss, bietet der K\u00f6nig ein weiteres Beispiel seines unverh\u00e4ltnism\u00e4ssigen und<br \/>\ngewaltsamen Verhaltens: Er befiehlt seinen Diener, ihn an H\u00e4nden und Fu\u0308ssen zu fesseln<br \/>\nund in die Finsternis zu werfen, dorthin, wo Heulen und Z\u00e4hneknirschen sei. Das Gleichnis<br \/>\nschliesst nun aber nicht mit Mitgefu\u0308hl fu\u0308r den abgefu\u0308hrten Gast, sondern bleibt ganz auf<br \/>\nder Linie des K\u00f6nigs. Es stellt, gleichsam als Begru\u0308ndung fu\u0308r sein Verhalten fest, dass<br \/>\nzwar viele berufen, also ans Fest eingeladen, aber nur wenige wirklich auserw\u00e4hlt sind.<br \/>\nWas soll ich nun bloss mit diesem Gleichnis machen ?! Soll ich nun tats\u00e4chlich um<br \/>\nVerst\u00e4ndnis fu\u0308r diesen K\u00f6nig werden, weil er doch seinem Sohn nur ein sch\u00f6nes<br \/>\nHochzeitsfest geben will und entt\u00e4uscht daru\u0308ber ist, dass die G\u00e4ste nicht kommen ? Ich<br \/>\nkann nicht verhehlen, dass es mir schwer f\u00e4llt, so einzusteigen; das Verhalten dieses<br \/>\nK\u00f6nigs bereitet mir echt Mu\u0308he. Seine gewaltsame und patriarchale Art finde ich \u2013 selbst<br \/>\nwenn man ihm einen guten Willen im Interesse seines Sohnes unterstellt \u2013 unertr\u00e4glich<br \/>\nund in keiner Weise vorbildlich. Und wenn ich noch lese, dass dieses Verhalten fu\u0308r das<br \/>\nHimmelreich steht, dann bin ich entsetzt. Soll Gott eine so autorit\u00e4re und despotische<br \/>\nFigur sein wie dieser K\u00f6nig ? Das Bild eines solchen Gottes haben wir in der<br \/>\nVergangenheit hinreichend geh\u00f6rt und wollen wir heute wirklich nicht mehr ! Abgesehen<br \/>\ndavon, dass es u\u0308berhaupt nicht zu den vielen Aussagen der Neuen Testaments passt, die<br \/>\nGott als gu\u0308tig und freundlich beschreiben.<br \/>\nGefordert ist hier also eine radikale Entpatriarchalisierung des Gleichnisses ! Wir werden \u2013<br \/>\ndarauf habe ich bereits hingewiesen \u2013 die Veranstaltung der Hochzeit vom K\u00f6nigssohn<br \/>\nund der ungenannt gebliebenen Braut ins Zentrum stellen mu\u0308ssen, zu der alle eingeladen<br \/>\nsind. Wir werden im weitern betonen mu\u0308ssen, dass die Teilnahme an dieser Hochzeit ein<br \/>\nglu\u0308cklicher Anlass ist und dass man gut daran tut, sich auf diese Hochzeit einzulassen,<br \/>\nweil man andernfalls das Glu\u0308ck dieser Hochzeit verpasst. Geht man so vor, sind die<br \/>\npatriarchalen Elemente eliminiert und ist der Weg fu\u0308r eine neue Sicht dieser Hochzeit<br \/>\nge\u00f6ffnet. Wir werden deshalb jetzt fragen mu\u0308ssen, was mir dieser Hochzeit, deren<br \/>\nVeranstaltung ein Gleichnis fu\u0308r das Himmelreich ist, gemeint sein k\u00f6nnte.<br \/>\nMeine Antwort ist einfach und klar: Es geht um die Hochzeit von Himmel und Erde, um die<br \/>\nHochzeit vom Sohn Gottes mit der Tochter der Erde. Ich kann mir gut vorstellen, dass<br \/>\ndiese Antwort auf den ersten Blick u\u0308berrascht. Im Gleichnis ist ja weder von der Erde noch<br \/>\nvon deren Tochter die Rede. Aber immerhin kann ich zur Stu\u0308tzung meiner These darauf<br \/>\nhinweisen, dass ein Weglassen der Erde und ihrer Tochter zur patriarchalen Diktion des<br \/>\nGleichnisses passt, die ja vor allem Raum fu\u0308r den K\u00f6nig und noch ganz wenig fu\u0308r seinen<br \/>\nSohn l\u00e4sst. Aber mein Hauptargument ist, dass es im Gleichnis ja um eine Hochzeit geht.<br \/>\nZu einer Hochzeit aber geh\u00f6rt eine Braut. Und als Braut des Sohnes Gottes kommt<br \/>\nniemand besser in Frage als die Tochter der Erde.<br \/>\nEntpatriarchalisiert man das Gleichnis in dieser Weise, kann man sagen: Das Himmelreich<br \/>\nist wie die Veranstaltung der Hochzeit von Himmel und Erde. Alle Menschen, auch die von<br \/>\nden entlegensten Winkel der Erde, sind zu dieser Hochzeit eingeladen. Die Teilnahme an<br \/>\ndieser Hochzeit ist ein glu\u0308cklicher Anlass. Wer zu dieser Hochzeit kommt, soll sich auf sie<br \/>\nso einlassen, dass er von ihr durchdrungen, verwandelt, geformt und wie mit einem<br \/>\nHochzeitskleid bekleidet wird. Wer sich dem entzieht, verpasst das Glu\u0308ck, das dieser<br \/>\nHochzeit eigen ist und ist mit der Gewalt konfrontiert, die durch das verhinderte Ineinander<br \/>\nvon Himmel und Erde entsteht (z.B. als Besitzanspruch des Himmels u\u0308ber die Erde oder<br \/>\nals Ausschluss des Himmels durch die Erde). Wer sich aber auf die Hochzeit einl\u00e4sst, lernt<br \/>\ndie Kombination von Himmel und Erde zu leben; lernt aktiv t\u00e4tig zu sein und passiv<br \/>\ngeschehen zu lassen; lernt das engagierte K\u00e4mpfen und das entspannte Werden lassen;<br \/>\nlernt, mit Weisheit zu tun, was zu tun ist und zu lassen, was gelassen sein muss. Beten wir<br \/>\nalso, dass wir immer mehr mit dem Hochzeitskleid angetan werden, das die glu\u0308ckliche<br \/>\nVerbindung von Himmel und Erde zum Ausdruck bringt, auf dass wir von ihr gesegnet<br \/>\nwerden und das Glu\u0308ck dieses Segens weitergeben k\u00f6nnen. Amen.<\/p>\n<p>Predigt vom 12. November 2006 in Wabern<br \/>\nBernhard Neuenschwander<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ritualart.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/1112__Mat_22.1-14_.pdf\">PDF Datei herunterladen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und Jesus begann und redete wieder zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Das Reich der Himmel ist gleich einem K\u00f6nig, der seinem Sohn die Hochzeitsfeier ru\u0308stete. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht kommen. 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