{"id":6119,"date":"2026-05-10T12:47:26","date_gmt":"2026-05-10T10:47:26","guid":{"rendered":"https:\/\/ritualart.ch\/authentizitaet\/"},"modified":"2026-05-10T12:49:17","modified_gmt":"2026-05-10T10:49:17","slug":"authenticity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/authenticity\/","title":{"rendered":"Authenticity"},"content":{"rendered":"<p><em>Br\u00fcder und V\u00e4ter, h\u00f6rt, was ich euch jetzt zu meiner Verteidigung sagen werde!\u2002Als sie h\u00f6rten, dass er sie auf Hebr\u00e4isch ansprach, wurde es totenstill. Und er sprach:\u2002Ich bin ein Jude, geboren in Tarsus in Kilikien, aufgewachsen aber hier, in dieser Stadt, wo ich zu F\u00fcssen Gamaliels unterwiesen wurde, das Gesetz unserer V\u00e4ter sorgf\u00e4ltig zu beachten. Ich war voller Eifer f\u00fcr Gott, wie ihr alle es heute noch seid.\u2002Den neuen Weg verfolgte ich bis auf den Tod; festnehmen und ins Gef\u00e4ngnis werfen liess ich M\u00e4nner und Frauen.\u00a0Daf\u00fcr habe ich das Zeugnis der Hohen Priester und des ganzen \u00c4ltestenrates; mit Briefen von ihnen bin ich n\u00e4mlich zu den Br\u00fcdern nach Damaskus gereist, um auch die, welche dort waren, gefesselt nach Jerusalem zu bringen, damit sie hier bestraft w\u00fcrden.\u2002Unterwegs, als ich mich Damaskus n\u00e4herte, geschah es, um die Mittagszeit, dass mich pl\u00f6tzlich vom Himmel her ein helles Licht umstrahlte.\u2002Ich st\u00fcrzte zu Boden und h\u00f6rte eine Stimme, die zu mir sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Ich antwortete: Wer bist du, Herr? Und er sagte zu mir: Ich bin Jesus von Nazaret, den du verfolgst.\u00a0Die mit mir waren, sahen zwar das Licht, die Stimme dessen aber, der zu mir sprach, h\u00f6rten sie nicht.\u2002Ich sagte: Was soll ich tun, Herr? Da sagte der Herr zu mir: Steh auf und geh nach Damaskus! Dort wird dir alles gesagt werden, was dir zu tun aufgetragen ist.\u2002Da ich, geblendet vom Glanz jenes Lichtes, nicht mehr sehen konnte, wurde ich von meinen Begleitern gef\u00fchrt und kam so nach Damaskus.\u2002Ein gewisser Ananias, der sich treu an das Gesetz hielt und bei allen Juden, die dort wohnten, in gutem Ruf stand,\u00a0kam auf mich zu, stellte sich vor mich hin und sagte zu mir: Saul, mein Bruder, du sollst wieder sehen! Und im selben Augenblick konnte ich ihn sehen. Er aber sagte: Der Gott unserer V\u00e4ter hat dich dazu bestimmt, seinen Willen zu erkennen, den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem Mund zu vernehmen.\u2002Denn du wirst sein Zeuge sein vor allen Menschen f\u00fcr das, was du gesehen und geh\u00f6rt hast.\u200216\u00a0Und nun, was z\u00f6gerst du noch? Steh auf, lass dich taufen, rufe seinen Namen an und lass dir deine S\u00fcnden abwaschen! Apg 22,1-16<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gottes Gegenwart schafft Authentizit\u00e4t. Wer im Geheimnis des Moments ist, kennt den Fokus seiner Aufmerksamkeit und ist mit der Stille im Herzen vertraut. Er weiss, was ihn von sich selbst befreit und ihm Klarheit gibt, er weiss, was ihn mit allem verbindet, ohne dass Raum und Zeit eine Rolle spielen, er weiss, was ihm das Hier und Jetzt erschliesst und ihm zeigt, was er zu tun hat. Vertrautheit mit der Stille im Herzen sch\u00e4rft die Wahrnehmung und st\u00e4rkt die Akzeptanz dessen, was im Moment ist. Sie nimmt Angst und Befangenheit, und sie ermutigt dazu, unmittelbar und intuitiv, ohne Wenn und Aber, im Wissen um die Umst\u00e4nde, jedoch unabh\u00e4ngig von diesen, zu sich selbst zu stehen. Gottes Gegenwart schafft eine Authentizit\u00e4t, die weder in der eigenen Geschichte oder Kultur noch in der eigenen Pers\u00f6nlichkeit begr\u00fcndet ist, sondern diese zu sich selbst befreit.<\/p>\n<p>Solche Authentizit\u00e4t ist die Frucht st\u00e4ndiger L\u00e4uterung. Nur wer sich immer wieder neu auf Gottes stille Gegenwart einl\u00e4sst, kann sie finden, nur wer jeden Augenblick auf sie ausgerichtet ist, kann sie verk\u00f6rpern. Denn das Gesetz der zunehmenden Entropie wirkt auch hier. Entziehe ich mich dieser L\u00e4uterung, verstricke ich mich in die Geschichte, von der ich herkomme, in die Umst\u00e4nde, durch die ich beeinflusst werde, in die Interessen, die ich verfolge, und unweigerlich w\u00e4chst die Unordnung. Auch diese schafft ihre Authentizit\u00e4t. Stehe ich zu meiner Verstricktheit und lebe sie mit der gebotenen Dreistigkeit offen und ehrlich aus, kann ich mich durchaus authentisch f\u00fchlen. Ist nicht genau das das Zeug, das jeder Autokrat braucht, um frei von Scham und Schuld und unbehelligt von innerer L\u00e4uterung als authentischer Machthaber verehrt zu werden? Ist nicht das das Selbstbewusstsein, das n\u00f6tig ist, um als Influencerin auf den sozialen Medien Followers zu generieren? Verstricktheit geh\u00f6rt zur <em>conditio humana.<\/em> Ist also nicht verst\u00e4ndlich, dass Menschen, die sie laut und ungeniert ausagieren und damit Erfolg haben, als ehrlich und authentisch gelesen werden, Aufmerksamkeit erhalten und als Vorbilder akzeptiert werden?<\/p>\n<p>Zweifellos! Es gibt diese Authentizit\u00e4t der Verstricktheit, und es gibt jene Authentizit\u00e4t der Gegenwart Gottes. Sie markieren die beiden Wege, die bereits die Redaktoren der Psalmen an den Anfang des Psalters gestellt haben. Aus ihrer Sicht kann erstere zwar viel verf\u00fchrerische Macht in Anschlag bringen; doch ihr fehlt die Weisheit, und sie wird \u00fcber kurz oder lang wie Spreu im Wind verwehen. Letztere hingegen ist die Frucht der Lust an der Liebe und Weisheit der Gegenwart Gottes; sie bew\u00e4hrt sich und ist wie ein Baum, der an Wasserb\u00e4chen gepflanzt ist. Zu seiner Zeit bringt er Frucht, und seine Bl\u00e4tter welken nicht (Ps 1). Ja, diese Worte klingen wunderbar und poetisch. Doch bereits ein kurzer Blick in die heutigen Newsportale und sozialen Medien zeigt, dass sich der Charme ihrer Weisheit offensichtlich in Grenzen h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Geben wir also der Authentizit\u00e4t der Gegenwart Gottes eine Chance! Unser Predigttext gibt ein Zeugnis f\u00fcr sie und uns damit die Gelegenheit, \u00fcber sie nachzudenken.<\/p>\n<p>Er bietet den Beginn einer l\u00e4ngeren Apologie, die Paulus in Jerusalem vor einer w\u00fctenden Menge Juden h\u00e4lt. Wenige Augenblicke vorher w\u00e4re er von ihr beinahe gelyncht worden. Nur die entschiedene Intervention des r\u00f6mischen Obersten mit seinen Soldaten hat dies verhindert. Da dem Obersten im Tumult nicht m\u00f6glich ist, zu erfahren, was Sache ist, l\u00e4sst er Paulus in Ketten legen und in die nahegelegene Burg Antonia bringen. Noch auf der Treppe dorthin gelingt Paulus, den Obersten anzusprechen und ihm die Erlaubnis abzuringen, zu der aufgebrachten Menge sprechen zu d\u00fcrfen (Apg 21,27-40). Was wir also vor uns haben, ist der Anfang der Rede, die Paulus in dieser Situation zu seiner Verteidigung h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Historisch ist wenig wahrscheinlich, dass Paulus die Rede so gehalten hat, wie sie Lukas berichtet. Die Absicht von Lukas ist hingegen gut nachvollziehbar. Er will deutlich machen, dass sein Protagonist sogar in dieser Situation mit grosser pers\u00f6nlicher Souver\u00e4nit\u00e4t f\u00fcr sein Leben einsteht und sich an genau diejenigen Menschen richtet, die soeben mit aller Entschlossenheit seinen Tod gefordert haben. Von Interesse ist also, was Lukas bei der Konzeption der Rede leitet.<\/p>\n<p>Sein Ansatz ist klar: Er pr\u00e4sentiert Paulus als Juden unter Juden, der mit offenem Herzen, authentisch, wertsch\u00e4tzend und ohne Angst vor der ihm feindlichen gesinnten Zuh\u00f6rerschaft sein Leben offenlegt und erz\u00e4hlt, woher er kommt und was er erlebt hat. Auf die Anklagepunkte von j\u00fcdischer Seite (Apg 21,28) geht er gar nicht erst ein. Diskursive Elemente, die seine Predigtt\u00e4tigkeit gepr\u00e4gt haben, l\u00e4sst er vollst\u00e4ndig beiseite. Ein Streit mit Argumenten ist nicht intendiert. Im Zentrum soll Paulus als Mensch stehen, der offenlegt, wer er ist.<\/p>\n<p>Als Paulus die Menge wertsch\u00e4tzend mit \u00abBr\u00fcder und V\u00e4ter\u00bb auf Hebr\u00e4isch bzw. ihrem allt\u00e4glichen Aram\u00e4isch anspricht, wird es totenstill (VV1-2). Dass er Jude ist, ist Ausgangspunkt, und es folgt die Beschreibung von Herkunft, Kindheit und Jugend (V3). Geboren wurde er in Tarus, doch wuchs er in Jerusalem auf. Zu F\u00fcssen von Rabbi Gamaliel studierte er das Gesetz der gemeinsamen V\u00e4ter und war \u2013 wie seine Zuh\u00f6rerschaft \u2013 voller Eifer daf\u00fcr. Den neuen Weg in die Gegenwart Gottes verfolgte er auf den Tod (VV4-5); festnehmen und ins Gef\u00e4ngnis werfen liess er M\u00e4nner und Frauen, und ausgestattet mit Briefen der Hohen Priester und des \u00c4ltestenrats suchte er sie bis nach Damaskus, um sie gefesselt zur\u00fcck nach Jerusalem zu bringen und ihrer Strafe zuzuf\u00fchren. Herausgehoben wird also zun\u00e4chst die N\u00e4he von Paulus zu seiner Zuh\u00f6rerschaft sowie sein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr deren Eifer f\u00fcr ihr Gesetz und deren Wut gegen den neuen Weg.<\/p>\n<p>Nicht verschweigen kann Paulus indes, was ihm unterwegs nach Damaskus widerfahren ist (VV6-11). Was Lukas hier berichtet, lehnt sich im Wortlaut eng an den Bericht \u00fcber die Erleuchtung von Paulus an (Apg 9,3-9). Kleinere Abweichungen und K\u00fcrzungen zeigen, dass es ihm um das Grunds\u00e4tzliche, nicht um die Richtigkeit der Details geht. Im Zentrum steht, dass Paulus v\u00f6llig unerwartet eine Erleuchtung erlebt, die ihn zu Boden wirft, ihm die Gewissheit gibt, dass ihm der auferstandene Jesus von Nazaret begegnet ist und dass er dessen unmittelbarer Gegenwart ohne Wenn und Aber Folge leisten muss. Aus Sicht von Lukas erz\u00e4hlt Paulus diese Ereignisse m\u00f6glichst anschaulich, um seine Zuh\u00f6rerschaft von deren Echtheit zu \u00fcberzeugen und seinen Wandel zum Anh\u00e4nger des neuen Wegs nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Schliesslich weist der lukanische Paulus darauf hin, dass ihm ein gewisser Ananias, ein gesetzestreuer Jude, diese Erfahrung der Unmittelbarkeit gedeutet hat (VV12-16). Herausgehoben wird damit, dass sich das, was ihm widerfahren ist, bestens im Rahmen der j\u00fcdischen Tradition verstehen l\u00e4sst. Diskret wird der Name Jesus beiseitegelassen und stattdessen vom \u00abGerechten\u00bb gesprochen. Lukas will damit klarstellen, was nicht nur Paulus, sondern alle verstehen sollen: Der Auferstandene hat ihn als seinen Zeugen berufen und ausgesandt. Er bezeugt, dass das, was als Auferstehung zu verstehen ist, nicht nur ein vergangenes Ereignis ist, sondern eines, das \u00fcberall und jederzeit geschehen kann und Menschen j\u00fcdischen und nicht j\u00fcdischen Hintergrunds gemeinsam auf den Weg in die Gegenwart Gottes holt.<\/p>\n<p>Das Nachdenken \u00fcber diesen Predigttext l\u00e4sst uns dar\u00fcber nachdenken, wie jene Authentizit\u00e4t zu verstehen ist, zu der Menschen in der Gegenwart Gottes erwachen k\u00f6nnen. Was also zeichnet sie aus?<\/p>\n<p>Eine solche Authentizit\u00e4t ist pers\u00f6nliche St\u00e4rke. Wer mit Gottes Gegenwart in der Stille seines Herzens vertraut ist, wird nicht davon absorbiert, sich etwas vorstellen und ein Bild von sich selbst best\u00e4tigen zu m\u00fcssen, sondern ist dazu befreit, ohne Wenn und Aber zu sich selbst zu stehen. In unserem Predigttext z\u00f6gert der lukanische Paulus nicht, vor der ihm feindlichen gesinnten Menge zu sprechen und seine Geschichte, so wie sie ist, offen zu legen. Er hat den Mut, Verbindendes und Trennendes anzusprechen, um Plausibilit\u00e4t zu ringen, dabei aber die Zuh\u00f6rerschaft nicht zu manipulieren und ihr ihre eigene Meinung zuzugestehen. Die Authentizit\u00e4t, die Gottes stille Gegenwart schafft, will zuerst und vor allem den Moment, so wie er hier und jetzt ist, miteinander teilen. F\u00fcr narzisstische Selbstbewunderung, mentale Manifestation und Manipulation ist kein Platz. Halte ich mich an diese Authentizit\u00e4t, wird die Reflexion von Meinungen, Positionen, Argumenten \u2013 auch meiner eigenen \u2013 relativiert. Ich stehe zu meinem Leben, und ich gestehe den anderen ihr Leben zu. Entscheidend ist einzig und allein, hier und jetzt in klarem und fairem Kontakt miteinander zu sein. Auf diese Weise authentisch sich selbst zu sein, ist stark.<\/p>\n<p>Diese Authentizit\u00e4t geschieht aus der unmittelbaren Gegenwart der Gnade und ist kein Willensakt. Mit Worten l\u00e4sst sie sich nicht ausweisen. Sie geht aus der Stille Gottes hervor, in welcher alles mit allem verbunden ist, geschieht spontan, intuitiv, unbefangen und ist mir innerlicher als ich mir selbst. Jedes intentionale \u00abIch will\u00bb steht ihr im Wege. Der lukanische Paulus verweist auf sie, indem er seine Erleuchtung erz\u00e4hlt. Gesucht hat er diese ganz und gar nicht, er hat sie vielmehr bek\u00e4mpft. Und dennoch ist sie ihm in ihrer puren Unmittelbarkeit, ohne jede Bedingung, aus reiner Gnade, widerfahren und hat ihn f\u00fcr den Rest seines Lebens in Beschlag genommen. Er versteht sie als Gegenwart des Auferstandenen, und er stellt sich damit in die Reihe der ersten Auferstehungszeugen. Angedeutet wird damit gleichnishaft, dass Gottes unmittelbare Gegenwart ein mystisches Ereignis ist, in welchem der Mensch, dem es widerf\u00e4hrt, mit dem Abgrund seiner Demut konfrontiert wird, zu seinem nichtdualen Selbst erwacht und fortan nicht mehr anders kann, als hier und jetzt Zeugnis abzulegen f\u00fcr das Geheimnis der unmittelbaren Gegenwart Gottes. Solche Authentizit\u00e4t bleibt unverf\u00fcgbar und doch jeden Moment m\u00f6glich. Sie bezeugt bedingungslose Freiheit mitten in dem verstrickten, menschlichen Dasein.<\/p>\n<p>Eine solche mystische Erfahrung der unmittelbaren Gegenwart Gottes destabilisiert die Grundlagen der Pers\u00f6nlichkeit und erfordert Verarbeitung. Erst ihre Integration verhindert dissoziative St\u00f6rungen, erst eine Anpassung der eigenen Identit\u00e4t macht sie lebbar. Paulus legt dies in seiner Verteidigungsrede offen. Was er erlebte, zog ihm zun\u00e4chst den Boden unter den F\u00fcssen weg. Er bedurfte der Unterst\u00fctzung eines gesetzestreuen Juden, um das Erlebte zu interpretieren und in seine j\u00fcdische Lebenswelt zu integrieren. Der Authentizit\u00e4t seiner Erfahrung tat dies keinen Abbruch. Sie blieb als unfassbar dichtes Ereignis unmittelbar gegenw\u00e4rtig und liess ihn den Rest des Lebens nach Worten ringen, um zu vermitteln, was sich ihm offenbarte. Wer sich in dieser postchristlichen Zeit an jene Authentizit\u00e4t h\u00e4lt, die in Gottes Gegenwart erwacht, steht zu seinem christlichen Erbe, das ihn pr\u00e4gt, und er ringt darum, sie in seiner Sprache, seinem Verhalten, seinem ganzen Tun und Lassen zum Ausdruck zu bringen. Er weiss, dass nicht die vermittelten Worte, nicht die Streitigkeiten um Argumente, nicht die Glaubensbekenntnisse das Entscheidende sind, aber er weiss auch, dass die Unmittelbarkeit der Gegenwart Gottes genau darin auf authentische Weise zum Ausdruck kommen kann.<\/p>\n<p>\u00dcber Authentizit\u00e4t l\u00e4sst sich trefflich streiten, und ein Konsens dar\u00fcber, was sie ausmacht, l\u00e4sst sich schwerlich finden. Doch die Gegenwart Gottes schafft eine Authentizit\u00e4t, die stark ist, ohne manipulativ zu sein oder die eigene Best\u00e4tigung zu suchen, die sich der bedingungslosen Unmittelbarkeit des Moments verdankt und die sich auch im Rahmen des christlichen Erbes vermitteln l\u00e4sst. Beten wir also, dass wir zu solcher Authentizit\u00e4t finden und dass wir sie miteinander teilen. Amen.<\/p>\n<p>Predigt vom 10. Mai 2026 in Wabern<br \/>\nBernhard Neuenschwander<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ritualart.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/0510-Apg-22.1-16.pdf\">PDF Datei herunterladen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fcder und V\u00e4ter, h\u00f6rt, was ich euch jetzt zu meiner Verteidigung sagen werde!\u2002Als sie h\u00f6rten, dass er sie auf Hebr\u00e4isch ansprach, wurde es totenstill. Und er sprach:\u2002Ich bin ein Jude, geboren in Tarsus in Kilikien, aufgewachsen aber hier, in dieser Stadt, wo ich zu F\u00fcssen Gamaliels unterwiesen wurde, das Gesetz unserer V\u00e4ter sorgf\u00e4ltig zu beachten. 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