{"id":6005,"date":"2026-03-08T13:28:33","date_gmt":"2026-03-08T12:28:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ritualart.ch\/nichtdualitaet\/"},"modified":"2026-03-08T13:30:29","modified_gmt":"2026-03-08T12:30:29","slug":"nonduality","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/nonduality\/","title":{"rendered":"Nonduality"},"content":{"rendered":"<p><em>Am folgenden Tag ging Paulus mit uns zu Jakobus; auch alle \u00c4ltesten fanden sich ein.\u2002Nachdem er sie begr\u00fcsst hatte, schilderte er ihnen in allen Einzelheiten, was Gott unter den V\u00f6lkern durch seinen Dienst getan hatte.\u2002Als sie das h\u00f6rten, priesen sie Gott und sagten zu ihm: Du siehst, Bruder, dass Tausende und Abertausende unter den Juden zum Glauben gekommen sind, und alle sind voller Eifer f\u00fcr das Gesetz.\u2002\u00dcber dich aber hat man ihnen berichtet, du lehrest alle Juden, die unter den Heiden wohnen, den Abfall von Mose, indem du sie aufforderst, ihre Kinder nicht zu beschneiden und nicht nach ihren Br\u00e4uchen zu leben.\u2002Was ist jetzt? Man wird auf jeden Fall h\u00f6ren, dass du gekommen bist.\u2002Tu nun, was wir dir sagen: Bei uns sind vier M\u00e4nner, die ein Gel\u00fcbde getan haben.\u2002Nimm sie mit, lass dich mit ihnen heiligen und trage die Kosten f\u00fcr sie, damit sie sich das Haupt scheren lassen k\u00f6nnen, und alle werden erkennen, dass nichts ist an dem, was man \u00fcber dich erz\u00e4hlt hat, sondern dass auch du einer bist, der im Einklang mit dem Gesetz lebt.\u2002Was aber die Heiden betrifft, die zum Glauben gekommen sind, so haben wir ja beschlossen und ihnen mitteilen lassen, sie sollten sich h\u00fcten vor Opferfleisch, Blut und Ersticktem und vor Unzucht.\u2002Da nahm Paulus am folgenden Tag die M\u00e4nner mit, liess sich mit ihnen heiligen und ging in den Tempel hinein und k\u00fcndigte das Ende der Weihetage an, die erf\u00fcllt sind, wenn f\u00fcr einen jeden von ihnen das Opfer dargebracht wird. Apg 21,18-26<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In Gottes Gegenwart ist alles mit allem verbunden. Ihre Stille ist im ganzen Universum, in dieser Erde, in jedem Atemzug des Lebens gegenw\u00e4rtig. Nichts ist von ihr getrennt. Alles, was es gibt, wird und vergeht in diesem Geheimnis des Augenblicks. Es transzendiert jede Unterscheidung von Dies und Das und ist doch unmittelbar zwischen allem Dies und Das da. Gottes Gegenwart ist nichts \u2013 keine etwas, das ist und nicht sein k\u00f6nnte, nichts, das so ist und anders sein k\u00f6nnte. Dabei verdankt sie sich weder einem Agens, das sie bedingt und steuert, noch ist sie selbst ein Agens, das Bedingungen setzt und determiniert. Sie wirkt stattdessen aus sich selbst, allein mit ihrer stillen Pr\u00e4senz. Gottes Gegenwart ist bedingungslose Freiheit, Information von Liebe und Weisheit, unfassbar und jeden Moment offenbar. In ihr geschieht das kosmische Spiel von Wahrscheinlichkeit und Zufall, in ihr nimmt die Welt ihren Lauf, aber sie greift in dieses Spiel nicht ein, hat keine Ursache und verfolgt kein Ziel. Sie ist das Geheimnis der Nichtdualit\u00e4t, dessen Information wie eine Wahrscheinlichkeitswelle nirgends bzw. \u00fcberall, nie bzw. immer, doch zugleich in jedem k\u00f6rperhaften Etwas hier und jetzt gegenw\u00e4rtig ist.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Wer mit dieser stillen, nichtdualen Gegenwart Gottes vertraut ist, wird von ihr angezogen. Er erkennt, was in im Spiel von Wahrscheinlichkeit und Zufall an Verbundenheit m\u00f6glich ist, und er ringt darum, diese hier und jetzt zu verwirklichen. Bin ich still in der Gegenwart Gottes, suche ich das Verlorene und Ausgeschlossene, das Zerstrittene und Verstrickte. Ich tue dies nicht, weil mich eine Autorit\u00e4t zwingt oder ein moralisches Gebot dazu anh\u00e4lt. Es geschieht vielmehr mit g\u00f6ttlicher Nat\u00fcrlichkeit. Gott sucht das Verlorene (Pred 3,15), und der lukanische Jesus f\u00fchrt es exemplarisch vor (Lk 15,1-2.3-7.8-10.11-32; 19,1-10). Ist Gottes Stille gegenw\u00e4rtig, wirkt sie nur durch ihr Pr\u00e4senz. Doch diese motiviert dazu, die Integration von allem mit allem zu suchen und im Hier und Jetzt miteinander zu vers\u00f6hnen, was in ihr bloss eine M\u00f6glichkeit ist. H\u00f6re ich, was in der Stille Gottes miteinander klingen k\u00f6nnte, suche ich danach, es im Hier und Jetzt leibhaftig zum Klingen zu bringen. Der Erfolg ist nie garantiert, es kann immer auch anders kommen. Doch die stille Pr\u00e4senz Gottes wirkt heilend, befreiend, erl\u00f6send, integrierend, und sie motiviert dazu, dies hier und jetzt erfahrbar zu machen.<\/p>\n<p>Was diese Worte in abstrakter Sprache andeuten, illustriert unser Predigttext in einer konkreten Geschichte. Versuchen wir, sie als Ausdruck der Stille von Gottes Gegenwart zu verstehen!<\/p>\n<p>Sie erz\u00e4hlt von einem Herzensanliegen des Paulus: die Einheit von Juden und Heiden in Gottes Gegenwart. Mit viel Effort hat er auf seiner Mission in Mazedonien und Griechenland Geld f\u00fcr die Urgemeinde Jerusalems gesammelt. Gemeinsam mit Delegierten dieser Gemeinden will er die Kollekte nun den Repr\u00e4sentanten der Jerusalemer Gemeinde \u00fcberbringen. Sein Ziel ist, den Erweis zu erbringen, dass sich die von ihm gegr\u00fcndeten, heidenchristlich gepr\u00e4gten Gemeinden mit der traditionell judenchristlichen Urgemeinde solidarisieren, und damit zu zeigen, dass sie in der Gegenwart Gottes miteinander verbunden sind und eine einzige Kirche bilden. Allerdings hat Paulus bereits vor seiner Abreise nach Jerusalen Bef\u00fcrchtungen, dass die Jerusalemer Gemeinde seine Kollekte nicht annehmen k\u00f6nnte (R\u00f6m 15,30f), und Lukas l\u00e4sst das Thema ganz beiseite, weil er vom Tumult weiss, der von j\u00fcdischer Seite gegen Paulus ausgel\u00f6st wird und zu dessen Verhaftung durch die R\u00f6mer f\u00fchrt (Apg 21,27ff). Es ist deshalb anzunehmen, dass Paulus mit seinem Anliegen, die Kollekte zu \u00fcbergeben und dieses Zeichen der Einheit zu setzen, gescheitert ist. Umso deutlich hebt Lukas deshalb heraus, dass sich Paulus als Mensch in seinem ganzen Verhalten in den Dienst um die Einheit in Gottes stiller Gegenwart stellt. Die Episode, die unser Predigttext erz\u00e4hlt, will dies aufzeigen.<\/p>\n<p>Ihr geht eine kurze Notiz zur Reise von C\u00e4sarea nach Jerusalem voraus (Apg 21,15-17). Die Reisegruppe um Paulus wird von Christen aus C\u00e4sarea begleitet, macht einen Zwischenhalt im Haus des Mnason, einem J\u00fcnger der ersten Stunde, trifft in Jerusalem ein und wird von Leuten der dortigen Gemeinde freundlich empfangen. Lukas h\u00e4lt zun\u00e4chst fest, dass Paulus durchaus auch Wohlwollen erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Hier setzt unser Predigttext ein und erz\u00e4hlt, was sich am folgenden Tag ereignet (V18). Es kommt n\u00e4mlich zu einer offiziellen Zusammenkunft von Paulus und seinen Begleitern auf der einen Seite sowie Jakobus und allen \u00c4ltesten der Urgemeinde auf der andern. Nach der Begr\u00fcssung hat zun\u00e4chst Paulus das Wort (V19). Er schildert in allen Einzelheiten, was Gott unter den V\u00f6lkern durch seinen Dienst getan hat. Gottes Gegenwart steht an erster Stelle. Doch indem er sich in ihren Dienst gestellt hat, hat er sie mit allen Menschen, die sich auf sie eingelassen haben, geteilt.<\/p>\n<p>Nach diesem Bericht wird die Reaktion der \u00c4ltesten um Jakobus berichtet (VV20-25). Zun\u00e4chst preisen sie Gott und geben Paulus damit ihre Anerkennung f\u00fcr sein Werk (V20a). Doch sogleich konfrontieren sie ihn mit den Herausforderungen, die seine Anwesenheit in Jerusalem schafft (V20b). Sie geben ihm zu verstehen, dass in Jerusalem und seiner Umgebung Zehntausende von Juden zum christlichen Glauben gekommen sind, dass aber alle voll Eifer f\u00fcr das j\u00fcdische Gesetz sind. Die Zahl mag \u00fcbertrieben sein, doch ihre Botschaft ist dennoch klar: Die Jerusalemer Gemeinde ist stark gewachsen, und sie ist traditionell judenchristlich gepr\u00e4gt. Zudem hat man ihr erz\u00e4hlt, dass Paulus den Juden, die christlich geworden sind, lehre, dass sie das Gesetz des Mose nicht mehr zu beachten h\u00e4tten (V21).<\/p>\n<p>Im Selbstverst\u00e4ndnis der Jerusalemer Gemeinde gilt das mosaische Gesetz auch f\u00fcr Judenchristen. Nach dem Regierungsantritt des r\u00f6mischen Kaisers Nero im Jahre 54 und unter Einfluss der Zeloten nimmt der j\u00fcdische Nationalismus in Jud\u00e4a zu und f\u00fchrt im Jahr 66 in die Katastrophe des j\u00fcdischen Kriegs. Die judenchristliche Gemeinde Jerusalems ist deshalb gefordert, den Konflikt mit der traditionellen, j\u00fcdischen Mehrheit in ihrem Umfeld nicht eskalieren zu lassen. Demgegen\u00fcber hat Paulus die Judenchristen in seinen hellenistisch gepr\u00e4gten Missionsgebieten zwar nicht zur Preisgabe des Gesetzes aufgefordert, ihnen jedoch die Freiheit gegeben, f\u00fcr sich zu entscheiden, ob sie es weiterhin befolgen wollen oder nicht. F\u00fcr Jakobus und die \u00c4ltesten ist deshalb absehbar, dass die Anwesenheit von Paulus \u00f6ffentlich werden und dass es zu Konflikten mit der im mosaischen Gesetz verankerten Gemeinde kommen wird (V22). Sie schlagen deshalb ein Vorgehen vor, das den Konflikt pr\u00e4ventiv entsch\u00e4rfen soll (V23f). Paulus soll sich n\u00e4mlich mit jenen vier M\u00e4nnern der Gemeinde zusammenschliessen, die ein Gel\u00fcbde abgelegt haben. Bei diesem Gel\u00fcbde d\u00fcrfte es sich um das Nasir\u00e4atsgel\u00fcbde handeln. Wer dieses Gel\u00fcbde ablegt, verpflichtet sich, die Haare mindestens 30 Tage nicht zu scheren, sie dann von einem Priester im Tempel schneiden zu lassen und ein Tempelopfer zu bezahlen, in dessen Feuer die Haare geworfen werden. An diesem Reinigungsritual soll Paulus teilnehmen und zudem f\u00fcr die vier M\u00e4nner die Opferkosten \u00fcbernehmen. Auf diese Weise sollen alle erkennen, dass nichts an dem ist, was \u00fcber ihn berichtet wird und dass auch er im Einklang mit dem mosaischen Gesetz lebt.<\/p>\n<p>Abschliessend halten die \u00c4ltesten um Jakobus fest, dass demgegen\u00fcber der Umgang von Paulus mit den Heidenchristen unproblematisch sein d\u00fcrfte (V25). Da gibt es den Beschuss, der seinerzeit in Jerusalem getroffen und im Aposteldekret festgehalten worden ist, und den auch Paulus mittr\u00e4gt (Apg 15,1-35).<\/p>\n<p>Lukas erz\u00e4hlt sodann, dass Paulus dem Vorschlag der \u00c4ltesten um Jakobus ohne Wenn und Aber Folge leistet (V26). Paulus stellt sich zu den vier M\u00e4nnern und vollzieht das Ritual, wie es nach j\u00fcdischem Gesetz gefordert ist. Er, der frei ist gegen\u00fcber allen, wird den Juden ein Jude, um m\u00f6glichst viele von ihnen zu \u00fcberzeugen (1Kor 9,19f). Die Fortsetzung berichtet indes, dass das Vorgehen trotz guter Absicht nicht erfolgreich ist (VV27ff). F\u00fcr Lukas ist der Fall klar: Die Zeit der Mission mit Projekten f\u00fcr die Einheit in der Gegenwart Gottes ist f\u00fcr Paulus vor\u00fcber, und begonnen hat die Zeit, in der er diese Einheit in der Stille von Gottes Gegenwart erf\u00e4hrt und sie als Mensch in seinem Verhalten bezeugt (vgl. Apg 19,21).<\/p>\n<p>Die Geschichte, die hier erz\u00e4hlt wird, fordert uns dazu auf, \u00fcber das Handeln aus der Nichtdualit\u00e4t der Gegenwart Gottes nachzudenken, in welcher alles miteinander verbunden ist. Wie verhalte ich mich, wenn ich mit jener Stille vertraut bin, die sich \u00f6ffnet, wenn Gott gegenw\u00e4rtig wird?<\/p>\n<p>Vertrautheit mit dieser Stille, stellt den Menschen, der den Weg in die Gegenwart Gottes geht, in den Abgrund seines Daseins. Sie l\u00e4utert von Unwesentlichen, und sie legt frei, was wesentlich ist: dass das eigene Verhalten nichts als die Nichtdualit\u00e4t von Gottes Gegenwart bezeugt. Im Zentrum steht nicht das Erreichen grosser Ziele, nicht das Tun und Lassen wichtiger Projekte, sondern das schlichte Zeugnis vom Geheimnis des Moments im Alltag. Lukas hat dies begriffen und zieht in unserem Predigttext daraus die Konsequenzen. Er \u00fcbergeht das grosse Kollektenprojekt, das Paulus so sehr am Herzen liegt, und begrenzt seinen Bericht darauf, das Verhalten von Paulus als Mensch zu erz\u00e4hlen. F\u00fcr ihn, den Theologen der Gnade, ist es klar: Stellt sich Paulus in den Dienst von Gottes Gegenwart, ist in ihr die Einheit von allem mit allem und damit auch von Juden und Heiden gegenw\u00e4rtig. Diese Einsicht ist auch heute eine grosse Befreiung. Sie relativiert Erfolg und Misserfolg, Gl\u00fcck und Pech, Haben und Nichthaben, und sie st\u00e4rkt die bedingungslose Freiheit von Gottes Gegenwart. Die Vertrautheit mit dieser Stille schafft W\u00fcrde ohne Wenn und Aber, Sinnerf\u00fclltheit ohne Begr\u00fcndung, und sie begl\u00fcckt ohne eigenes Zutun. Was mehr k\u00f6nnte ich wollen, als f\u00fcr sie jeden Moment Zeugnis abzulegen?<\/p>\n<p>Im Grunde ist dies genug. Die Nichtdualit\u00e4t von Gottes Gegenwart ist nicht verf\u00fcgbar, sie kann nicht erzwungen werden, und sie wirkt durch ihre reine Pr\u00e4senz. Sie ist wie eine Wahrscheinlichkeitswelle, deren Information M\u00f6glichkeiten bietet, aber ergebnisoffen bleibt. Paulus erlebt dies hautnah. Er leidet unter der Trennung von Juden und Heiden, und er ringt mit Herzblut um deren Einheit. Die Freude am Teilen der Gegenwart Gottes motiviert seine grosse Mission. Sie ist so stark, dass er unz\u00e4hlige Strapazen und Entbehrungen \u00fcber sich ergehen l\u00e4sst. Schliesslich nimmt er das Risiko der Kollekte und deren pers\u00f6nlicher \u00dcbergabe in der Jerusalemer Urgemeinde auf sich. Sie soll das Zeichen der Einheit sein. Wie verst\u00e4ndlich sein Anliegen doch ist! Wer mit der Stille von Gottes Gegenwart vertraut ist, sucht Wege, diese zu teilen. Er ringt darum, hier Vers\u00f6hnung im Konflikt, dort Heilung im Leiden, hier Befreiung in einer Verstrickung, dort Integration einer St\u00f6rung zu schaffen. Ob dies im grossen Spiel von Wahrscheinlichkeit und Zufall gelingt, ist stets offen. Doch die stille, nichtduale Gegenwart Gottes gibt den Mut, es zu versuchen, und zugleich die Freiheit, das Ergebnis kommen zu lassen. Bin ich still in Gott, freue ich mich, die Unmittelbarkeit des Moments auf konkrete Weise hier und jetzt zu teilen, aber ich vergesse nicht, dass sie ein Geschenk bleibt.<\/p>\n<p>Schliesslich zeigt sich die Vertrautheit mit der Stille der nichtdualen Gegenwart Gottes im unaufgeregten und unkomplizierten Tun und Lassen dessen, was hier und jetzt ansteht. Wer in Gott still ist, f\u00fcgt sich m\u00fchelos ins Spiel von Wahrscheinlichkeit und Zufall, spielt pragmatisch seinen Part und macht aus jedem Moment das Beste. Als Paulus mit dem Vorschlag von Jakobus und den \u00c4ltesten konfrontiert wird, sich mit den vier M\u00e4nnern zusammenzuschliessen, die das Nasir\u00e4atsgel\u00fcbde abgelegt haben, und die Kosten f\u00fcr deren Herausl\u00f6sung zu \u00fcbernehmen, z\u00f6gert er keinen Moment. Er erf\u00fcllt vielmehr geschmeidig das Erwartete und l\u00e4sst alles sein, was nicht dazugeh\u00f6rt. Ist das Tun und Lassen eines Menschen in Gottes Stille verankert, ist es nicht in Zweifel oder Konflikte verstrickt und steht nicht sich selbst im Weg. Es ist stattdessen frei, sich auf das einzulassen, was im Moment gefordert ist und mit Freude in dem zu sein, was hier und jetzt nottut. Genauso aber bezeugt es Gottes Gegenwart, genauso wird ein Mensch zum Zeugen Gottes.<\/p>\n<p>Ein Tun und Lassen, das um jene Verbundenheit weiss, die in der Nichtdualit\u00e4t von Gottes Gegenwart steckt, ist ein Kontrastprogramm f\u00fcr die Welt von heute, die sich als globalisiert versteht und dennoch alles andere ist als ein befreites und vers\u00f6hntes Ganzes. Umso wichtiger ist deshalb, mit der Stille von Gottes Gegenwart vertraut zu sein und von ihr in seinem Verhalten als Mensch wie von Sauerteig durchs\u00e4uert zu werden (vgl. Mt 13,33). Beten wir also, dass wir in Gott still werden und dass wir in unserem Verhalten diese Stille bezeugen. Amen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Nach der vierwertigen Logik der Nichtdualit\u00e4t gibt es (1) \u00abA\u00bb, (2) \u00abNicht-A\u00bb, also Welle und deren Negation als Teilchen, (3) sowohl \u00abA\u00bb als auch \u00abNicht-A\u00bb, also Welle und zugleich Teilchen, (4) weder \u00abA\u00bb noch \u00abNicht-A\u00bb, also Welle und Teilchen als Metaphern; es ist noch ganz anders. Interpretiert man im Sinn der Quantenphysik, stellt man fest, dass die Wahrscheinlichkeitswelle kollabiert, wenn sie durch die Umgebung, etwa durch eine Messung, gest\u00f6rt wird, und sich als Teilchen manifestiert. Ohne St\u00f6rung wird sie wieder zur Wahrscheinlichkeitswelle (vgl.<em> Neyer, Andreas<\/em> [2025]: Wissenschaft und Glaube. Quantenphysik und Nahtod-Erfahrungen. Amerang, rotona: 30-50).<\/p>\n<p>Predigt vom 8. M\u00e4rz 2026 in Wabern<br \/>\nBernhard Neuenschwander<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ritualart.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/0308-Apg-21.18-26.pdf\">PDF Datei herunterladen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am folgenden Tag ging Paulus mit uns zu Jakobus; auch alle \u00c4ltesten fanden sich ein.\u2002Nachdem er sie begr\u00fcsst hatte, schilderte er ihnen in allen Einzelheiten, was Gott unter den V\u00f6lkern durch seinen Dienst getan hatte.\u2002Als sie das h\u00f6rten, priesen sie Gott und sagten zu ihm: Du siehst, Bruder, dass Tausende und Abertausende unter den Juden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4355,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[],"class_list":["post-6005","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mysticism-in-the-acts-of-the-apostles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6005\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}