{"id":5681,"date":"2025-06-08T14:01:26","date_gmt":"2025-06-08T12:01:26","guid":{"rendered":"https:\/\/ritualart.ch\/befreiung\/"},"modified":"2025-06-20T10:05:55","modified_gmt":"2025-06-20T08:05:55","slug":"liberation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/liberation\/","title":{"rendered":"Liberation"},"content":{"rendered":"<p><em>Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas zu Gott und stimmten Lobges\u00e4nge an, und die anderen Gefangenen h\u00f6rten zu.\u2002Da gab es auf einmal ein starkes Erdbeben, und die Grundmauern des Gef\u00e4ngnisses wankten; unversehens \u00f6ffneten sich alle T\u00fcren, und allen Gefangenen fielen die Fesseln ab.\u2002Der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter fuhr aus dem Schlaf auf, und als er sah, dass die T\u00fcren des Gef\u00e4ngnisses offen standen, zog er sein Schwert und wollte sich das Leben nehmen, da er meinte, die Gefangenen seien geflohen.\u2002Paulus aber rief mit lauter Stimme: Tu dir nichts an, wir sind alle da!\u2002Jener verlangte nach Licht, st\u00fcrzte sich ins Innere und warf sich, am ganzen Leib zitternd, Paulus und Silas zu F\u00fcssen.\u2002Er f\u00fchrte sie ins Freie und sagte: Grosse Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden?\u2002Sie sprachen: Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus.\u2002Und sie verk\u00fcndigten ihm und allen, die zu seiner Familie geh\u00f6rten, das Wort des Herrn.\u2002Und er nahm sie noch zur gleichen Nachtstunde bei sich auf und wusch ihre Wunden und liess sich und alle seine Angeh\u00f6rigen unverz\u00fcglich taufen.\u2002Dann f\u00fchrte er sie in seine Wohnung, liess den Tisch bereiten und freute sich mit seinem ganzen Haus, weil er zum Glauben an Gott gekommen war. Apg 16,25-34<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Pfingsten ist das Fest der unmittelbaren Gegenwart Gottes. Was damit gemeint ist, l\u00e4sst sich in Worten nicht erfassen. Das Geheimnis des Augenblicks ist zwar st\u00e4ndig gegenw\u00e4rtig \u2013 in allen Menschen, in allen Lebewesen, in aller Materie. Alles, was ist, hat seine Zeit und bezeugt es. Doch seine unmittelbare Gegenwart kann ich nicht auf den Begriff bringen und begreifbar machen. Meine ich, es erfasst zu haben, ist es bereits vergangen. Erwarte ich es gespannt, merke ich nicht, dass es schon da ist. Und doch weiss ich, dass ich stets nur in diesem Moment da bin. Manchmal gelingt mir vielleicht sogar, den Moment nicht zu verpassen. Manchmal erahne ich vielleicht etwas von diesem Geheimnis der Gegenwart und merke, dass im Hier und Jetzt einiges ausgepackt und entdeckt werden k\u00f6nnte, wenn ich es nur wahrnehmen und leben k\u00f6nnte. Wie aber mache ich das bloss?<\/p>\n<p>Halte ich dieser Frage stand, f\u00fchrt sie mich zum Abgrund meines Daseins. In dieser beschleunigten, postchristlichen Zeit kann ich sie leicht \u00fcbergehen und unter einer F\u00fclle von Material verstecken. An Informationen, die mich stimulieren, mangelt es nicht. Beantwortet ist die Frage damit allerdings nicht. Ich bleibe \u2013 ob ich es mir bewusst mache oder nicht \u2013 im Dilemma, dass mein Leben zwar stets im Hier und Jetzt geschieht, ich aber so sehr mit der Vergangenheit und der Zukunft besch\u00e4ftigt bin, dass ich den Moment kaum erfasse und oft v\u00f6llig verpasse. Bin ich ein betender Mensch, kann ich zwar mit Gott, dem Du des Moments, ringen und mit ihm vertraut werden. Doch wie lange halte ich diesem Ringen tats\u00e4chlich stand? Wie lange dauert es, bis ich mich in vertraute Floskeln fl\u00fcchte und nicht mehr ehrlich nach Worten suche? Als meditierender Mensch kann ich die Stille suchen und mir bewusst machen, dass ich weder Beobachtender noch Beobachteter bin. Ich kann in der Stille ahnen, dass zwischen mir und mir eine Differenz besteht, ein Abgrund, den ich nicht f\u00fcllen kann. Die Stille Meditation motiviert mich zwar dazu, in diesen Abgrund der Demut zu fallen, mit meiner Bodenlosigkeit und Leere vertraut zu werden und darin das Geheimnis der Gegenwart zu erfahren. Doch habe ich mich tats\u00e4chlich einmal in die N\u00e4he dieses Abgrunds gewagt? Bin ich durch jene Angst und Verzweiflung hindurchgebrochen, die er ausl\u00f6st, und ist in mir die Freiheit gegenw\u00e4rtig geworden, die in diesem Durchbruch erwacht? Genau dieser Pers\u00f6nlichkeitsprozess ist n\u00f6tig, um den Moment nicht mehr zu fliehen und im Hier und Jetzt anzukommen. Was damit gemeint ist, ist mir n\u00e4her und zug\u00e4nglicher als jeder Bezug, den ich zu mir haben kann, und zugleich ist es mir genau deswegen so fern und unzug\u00e4nglich. Doch genau darin steckt das Geheimnis der Gegenwart Gottes.<\/p>\n<p>Den biblischen Texten geb\u00fchrt grosse Anerkennung, dieses Geheimnis markiert und thematisiert zu haben. Allerdings gleichsam umgekehrt: Sie beschreiben die Gegenwart Gottes als Atmosph\u00e4re, deren r\u00e4umliche M\u00e4chtigkeit das Jetzt der Unmittelbarkeit sp\u00fcrbar macht. Die klassische Erz\u00e4hlung des Pfingstwunders ist das Paradigma (Apg 2,1-13). Nach der Himmelfahrt Jesu Christi bleibt den Glaubenden nichts als das unmittelbare Geheimnis der Gegenwart Gottes. Dieses aber schafft im Moment, in welchem es aufbricht, eine Atmosph\u00e4re, die m\u00e4chtig wie das Brausen eines heftigen Sturms ist. Alle, die davon erf\u00fcllt sind, teilen den Augenblick und verstehen sich durch die Feuerzungen im Herzen unmittelbar von Herz zu Herz. Die M\u00e4chtigkeit dieser unmittelbaren Gegenwart strahlt aus und erfasst auch Aussenstehende. Wer von ihr durchdrungen ist, versteht ohne Vermittlung oder Erkl\u00e4rung auf der Stelle. Fehlt indes dieses unmittelbare Verstehen, bleibt die Gegenwart Gottes unverst\u00e4ndlich und erscheint wie eine Droge, die Halluzinationen ausl\u00f6st. Was der Pfingsttext illustriert, versucht unser Predigttext auf seine eigene Art nahezubringen. Versuchen wir, diese zu entschl\u00fcsseln!<\/p>\n<p>Er berichtet auf legendenhafte Weise von der unmittelbar erfahrbaren M\u00e4chtigkeit der Gegenwart Gottes. Protagonist ist Paulus zusammen mit Silas. Ihre Mission hat sie nach Mazedonien, n\u00e4mlich in die r\u00f6mische Stadt Philippi, gef\u00fchrt. Dort haben sie zwar im Haus der Lydia ein lokales Basislager gewonnen, doch geraten sie schon bald im Konflikt mit einem r\u00f6mischen Ehepaar, das sich durch ihr Tun gesch\u00e4digt sieht. Es schleppt sie auf den Marktplatz und wirft ihnen vor, die r\u00f6mische Ordnung mit Propaganda f\u00fcr fremde, j\u00fcdische Gebr\u00e4uche zu st\u00f6ren. Die \u00f6ffentliche Stimmung schaukelt sich hoch, und die Vertreter des r\u00f6mischen Staates werden mitgerissen. Ohne Gerichtsverfahren lassen sie sie foltern, ins Gef\u00e4ngnis werfen, und sie tragen dem Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter auf, sie in sichern Gewahrsam zu nehmen. Dieser f\u00fchrt sie in eine unterirdische Zelle und legt ihre F\u00fcsse in den Block, sodass sie nicht mehr gehen k\u00f6nnen (Apg 16,11-24). Paulus erz\u00e4hlt wenig sp\u00e4ter im ersten Brief an die Thessalonicher ebenfalls von den Misshandlungen in Philippi (1Thess 2,2).<\/p>\n<p>Unser Predigttext erz\u00e4hlt nun, was sich im Gef\u00e4ngnis abspielt. Es beginnt um Mitternacht (V25). Paulus und Silas beten zu Gott und stimmen Lobges\u00e4nge an. Die anderen Gefangene h\u00f6ren zu. Auf einmal entsteht ein starkes Erdbeben, die Grundmauern des Gef\u00e4ngnisses wanken, unversehens \u00f6ffnen sich die T\u00fcren und fallen allen Gefangenen die Fesseln ab (V26). Der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter erwacht und bef\u00fcrchtet, seine Gefangenen seien geflohen. Aus Angst vor drohender Strafe will er sich das Leben nehmen (V27). Paulus, der das aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden mitbekommt, stoppt ihn und macht ihm klar, dass niemand geflohen ist (V28). Der W\u00e4rter \u00fcberpr\u00fcft die Aussage nicht, sondern wirft sich sogleich Paulus und Silas zitternd zu F\u00fcssen (V29). Offenbar betrachtet er sie als g\u00f6ttergleiche Wesen. Er f\u00fchrt sie in den Gef\u00e4ngnishof und fragt, was er tun muss, um gerettet zu werden (V30). Paulus und Silas packen die Chance, um f\u00fcr ihre Mission einzustehen. Sie fordern ihn auf, an Jesus, den Herrn, zu glauben und versprechen Rettung f\u00fcr ihn und sein Haus (V31). Damit wird das Tempo der erz\u00e4hlten Ereignisse nochmals gesteigert. Mitten in der Nacht verk\u00fcnden Paulus und Silas ihm und seinem ganzen Haus das Wort des Herrn (V32). Sogleich nimmt sie der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter bei sich auf, w\u00e4scht ihre Wunden und l\u00e4sst sich und alle seine Angeh\u00f6rigen taufen (V33). Er f\u00fchrt sie in seine Wohnung, gibt ihnen zu essen und freut sich mit seinem ganzen Haus, weil er zum Glauben an Gott gefunden hat (V34).<\/p>\n<p>Die Fortsetzung berichtet dann, wie die wunderliche Geschichte ausgeht (Apg 16,35-40). Ohne jede Erkl\u00e4rung verordnen die Vertreter des r\u00f6mischen Staates, dass Paulus und Silas freigelassen werden. Als ihnen der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter die Botschaft mitteilt, weigert sich Paulus, auf das Angebot einzusteigen. Er h\u00e4lt fest, dass sie r\u00f6mische B\u00fcrger sind, dass sie deshalb Anspruch auf einen fairen Gerichtsprozess gehabt h\u00e4tten, dass sie also unrechtm\u00e4ssig behandelt worden sind. Weshalb er erst jetzt darauf hinweist, wird nicht erkl\u00e4rt. Jedenfalls erwartet er, dass die Vertreter des r\u00f6mischen Staats pers\u00f6nlich zu ihm kommen und ihn hinausgeleiten. Als diese davon h\u00f6ren und feststellen, dass sie sich unrechtm\u00e4ssig verhalten haben, bekommen sie Angst. Sie suchen Paulus und Silas auf, reden ihnen zu und bitten sie f\u00f6rmlich, die Stadt zu verlassen. Nachtr\u00e4glich wird also das Bild der r\u00f6mischen Rechtspflege etwas aufgehellt. Paulus und Silas verlassen darauf das Gef\u00e4ngnis. Sie gehen ins Haus der Lydia, treffen sich mit denen, die dort ihrer Mission Glauben schenken, sprechen ihnen Mut zu und verlassen Philippi in Richtung Thessaloniki. Der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter ist weder im weiteren Verlauf der Apostelgeschichte noch in den Briefen des Paulus ein Thema. Die Geschichte von der Nacht im Gef\u00e4ngnis hat zwar in einer \u00e4hnlichen Geschichte \u00fcber Petrus eine Parallele (Apg 12,5-10), doch bleibt sie ein Einschub, der gleichnishaft und nicht ohne Witz und Selbstironie die befreiende, aber unfassbare Macht der Gegenwart Gottes illustrieren will.<\/p>\n<p>Besinnen wir uns heute, an Pfingsten, auf diesen Predigttext, sind wir eingeladen, dar\u00fcber nachzudenken, wie denn wir das Unm\u00f6gliche tun und f\u00fcr die unsagbare Gegenwart Gottes einstehen. Wir werden dies nicht ohne Schmunzeln tun. Denn wir stehen vor derselben unl\u00f6sbaren Aufgabe wie die Autoren der Bibel.<\/p>\n<p>Soll die unmittelbare Gegenwart Gottes zur Sprache kommen, geht es um etwas, das Bewusstsein und Sprachspiel unterl\u00e4uft. Es ist innerlicher als ich mir selbst, innerlicher als jede Beziehung, die ich zu mir haben kann. Doch das Geheimnis dieser Gegenwart steckt in allem Sternenstaub, aller Materie, allem, was es gibt, unmittelbar drin und schafft weder eine heilige Sonderwelt, noch eine k\u00fcnstlerische Fiktion oder eine konstruktivistische Illusion. Lukas greift deshalb zum Stilmittel der Legende. Seine Erz\u00e4hlung f\u00fcgt er m\u00f6glichst nahtlos in seinen historischen Bericht ein und gibt ihr den Anschein von Realit\u00e4t. Zugleich aber bringt er etwas zur Sprache, das diese Realit\u00e4t aus dem, was ihr innerlicher ist als sie sich selbst, beleuchten will. Mit einem Augenzwinkern erz\u00e4hlt er, dass da etwas geschehen ist, das so nicht geschehen sein kann, aber jenes Geheimnis der Gegenwart sichtbar macht, das in all seinen historischen Berichten verborgen ist. Macht er da nicht etwas, das einem japanischen Zengarten \u00e4hnlich ist? Auch hier soll gr\u00f6sstm\u00f6gliche Nat\u00fcrlichkeit geschaffen werden, indem der Freiheit der unmittelbaren Gegenwart nichts im Wege stehen soll. Ihre Kunst besteht nicht darin, der Natur etwas hinzuzuf\u00fcgen, sondern ihr Geheimnis im Hier und Jetzt unmittelbar gegenw\u00e4rtig zu machen. Der alte, thomistische Ansatz formuliert den Ansatz darin pr\u00e4zise: Gottes Gegenwart zerst\u00f6rt die die Natur nicht, sondern vollendet sie von innen heraus.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Wenn dies geschieht, wenn das Geheimnis Gottes gegenw\u00e4rtig wird, entsteht eine Atmosph\u00e4re, die mit ihrer M\u00e4chtigkeit den Moment verwandelt und zur Freiheit befreit (vgl. Gal 5,1). Atmosph\u00e4ren bestimmen wie das Wetter den Augenblick. Sie erf\u00fcllen R\u00e4ume und schaffen Stimmungen. Sie haben eine M\u00e4chtigkeit, der man sich kaum entziehen kann. Pflanzen, Tiere, Menschen sind ihr unmittelbar ausgesetzt, reagieren im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten auf sie und werden in ihrem Verhalten von ihr beeinflusst. Unser Predigttext illustriert diese M\u00e4chtigkeit der Atmosph\u00e4re, welche durch Gottes Gegenwart geschaffen wird, mit starken Bildern. Das Beten und Singen von Paulus und Silas schafft eine Stimmung, die wie ein Erdbeben wirkt. Die Grundmauern des Gef\u00e4ngnisses wanken. Die Fesseln der Gefangenen fallen ab. Der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter kommt durcheinander, findet dann aber zu einer neuen Klarheit. Sein ganzes Haus wird verwandelt. So unsagbar die Gegenwart Gottes auch ist, so unmittelbar wirksam ist doch die M\u00e4chtigkeit ihrer Atmosph\u00e4re. Ist der Moment von ihr erf\u00fcllt, wachsen Menschen \u00fcber sich hinaus und entdecken Zusammenh\u00e4nge, die ihnen bisher entgangen sind. Getrenntes findet zusammen, Verstricktes l\u00f6st sich auf. Es geschieht Befreiung, und man mag von Wundern sprechen. Doch im Grunde offenbart sich bloss jene M\u00e4chtigkeit der Gegenwart Gottes, die in jedem Hier und Jetzt im Spiel ist.<\/p>\n<p>Um ihre M\u00e4chtigkeit im Hier und Jetzt zu erweisen, schafft sich die Gegenwart Gottes ihre eigene Architektur. Diese Architektur h\u00e4lt und verdichtet sie, sodass ihre M\u00e4chtigkeit als Kraft wirksam wird. In unserem Predigttext illustriert dies die Architektur des Gef\u00e4ngnisses, die nicht mehr in der Lage ist, ihre Gefangenen gefangen zu halten. Paulus und Silas interpretieren mit ihren Worten und Taten die Atmosph\u00e4re im Gef\u00e4ngnis, stehen f\u00fcr die Gegenwart Gottes ein und machen sich damit zu Werkzeugen ihrer verwandelnden Kraft. Sie zeigen keine Eile, aus dem Gef\u00e4ngnis befreit zu werden; denn sie sind in der Architektur, wie sie von der Gegenwart Gottes geschaffen wird, bereits frei. Der Unterschied zum platonischen H\u00f6hlengleichnis ist augenf\u00e4llig. Bei Plato m\u00fcssen die Gefangenen den Kopf zum Licht der Sonne drehen, die Scheinwelt in der H\u00f6hle erkennen, die H\u00f6hle verlassen und in die Klarheit der Idee des Gutsch\u00f6nen hinaustreten. In unserem Predigttext ist hingegen die Architektur des Moments erf\u00fcllt von der Freiheit der Gegenwart Gottes. Gefordert ist gerade nicht ein Prozess der Entmaterialisierung und Vergeistigung, sondern ein Erwachen der Gegenwart Gottes im konkreten Hier und Jetzt. Die Architektur des Moments bildet den rituellen Rahmen in Raum und Zeit, in welchem dies geschieht. Dabei kann alle Materie, alles Leben, alles Tun im Dienst der Gegenwart Gottes stehen und Teil von deren befreienden Architektur werden.<\/p>\n<p>Pfingsten ist ein wunderbares und auch etwas wunderliches Fest, das man nicht ohne Humor feiern kann. Es feiert etwas, das nicht zu fassen ist und das es insofern gar nicht gibt, aber dennoch so unmittelbar gegenw\u00e4rtig ist wie es nur das Geheimnis des Augenblicks sein kann. Beten wir also, dass wir vom Geist der Gegenwart Gottes erfasst werden und in ihm Befreiung erfahren. Amen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <em>Sancti Thomae de Aquino <\/em>(1962), Summa Theologiae, Roma: Editiones Paulinae: I, qu.1, art. 8, ad 2: Gratia non tollit, sed perficit naturam \u2013 Die Gnade beseitigt die Natur nicht, sondern vollendet sie. Auch wenn Thomas keine Zeng\u00e4rten vor Augen gehabt hat, so bringt sein Gedanke doch genau das zum Ausdruck, was in diesen zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Predigt vom 8. Juni 2025 in Wabern<br \/>\nBernhard Neuenschwander<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ritualart.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/0608-Apg-16.25-34-2.pdf\">PDF Datei herunterladen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas zu Gott und stimmten Lobges\u00e4nge an, und die anderen Gefangenen h\u00f6rten zu.\u2002Da gab es auf einmal ein starkes Erdbeben, und die Grundmauern des Gef\u00e4ngnisses wankten; unversehens \u00f6ffneten sich alle T\u00fcren, und allen Gefangenen fielen die Fesseln ab.\u2002Der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter fuhr aus dem Schlaf auf, und als er sah, dass [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4355,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[],"class_list":["post-5681","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mysticism-in-the-acts-of-the-apostles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5681","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5681"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5681\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5681"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5681"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ritualart.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}